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Sag Nein zu Drogen: Legal Highs

WAS SIND LEGAL HIGHS?

 

Legal Highs sind synthetische Drogen. Das bedeutet, dass sie nicht in der Natur vorkommen, sondern im Labor hergestellt werden. Einige der auf dem Markt erhältlichen synthetischen Drogen, einschließlich Ecstasy, LSD und Methamphetamin, werden in anderen Heften der Reihe Fakten über Drogen beschrieben.

 

Dieses Heft enthält die Fakten über „synthetische Cannabinoide“ (Spice und K2), „synthetische Cathinone“ (Badesalze) und „NBOMe“. Diese werden unter den synthetischen Drogen als „Designerdrogen“ bezeichnet.

 

DESIGNERDROGEN – EIN RISKANTES EXPERIMENT

 

Um zu verstehen, was synthetische Cannabinoide und Badesalze sind und wie sie entstanden sind, muss man wissen, was eine „Designerdroge“ ist.

 

Eine Designerdroge ist eine synthetische (künstlich hergestellte) Version einer illegalen Droge, die chemisch leicht verändert wurde, damit sie nicht als illegal eingestuft werden kann. 

 

Im Wesentlichen handelt es sich um ein Experiment eines Chemikers, um eine neue Droge herzustellen, die legal (im Internet oder in Läden) verkauft werden kann und die es Dealern ermöglicht Geld zu verdienen ohne das Gesetz zu brechen. 

 

Während die neuen Substanzen nach und nach dem Gesetz unterstellt und als illegal erklärt werden, entwickeln die Hersteller neue Abwandlungen der Drogen, um weiterhin nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten. So wiederholt sich der Zyklus.

 

Einige dieser Drogen werden über das Internet oder in bestimmten Läden als „Kräutermischungen“ verkauft, während andere als „nicht für den menschlichen Konsum geeignet“ getarnt und als „Räuchermischung“, „Pflanzendünger“, „Badesalz“ oder „Reiniger“ bezeichnet werden, um ihre eigentliche Bestimmung zu verschleiern und so Gesundheits- und Sicherheitsregelungen zu umgehen.

 

Da ständig neue Substanzen entwickelt werden, hat ein Konsument von Designerdrogen keine Chance zu wissen, was die von ihm eingenommenen Drogen beinhalten. Des Weiteren kann eine kleine Änderung, die an einer bekannten Droge durchgeführt wird – und das ist häufig der Fall –, eine völlig neue Droge hervorbringen, die ganz andere Wirkungen hat. Die Konsumenten können daher nicht vorhersagen, welche Auswirkungen die Substanzen, mit denen sie experimentieren, auf die Gesundheit haben.

 

In den Vereinigten Staaten wurden zwischen 2009 und 2014 etwa 200 bis 300 neue Designerdrogen identifiziert, von denen die meisten in China hergestellt wurden. Europa wurde in den letzten zehn Jahren von mehr als 650 neuen Designerdrogen überschwemmt. Einige von ihnen enthalten Substanzen, die bis heute nicht vollständig identifiziert worden sind und deren Wirkung auf den menschlichen Körper und Verstand nicht bekannt ist.

 

WAS IST „SYNTHETISCHES CANNABIS“?

 

Synthetisches Cannabis, unter anderem bekannt als Spice oder K2, ist eine Mischung aus Kräutern und Gewürzen, die mit einer chemischen Substanz besprüht worden sind. Diese chemische Substanz hat Ähnlichkeit mit THC, dem bewusstseinsverändernden Bestandteil - von Cannabis.

 

Synthetische Drogen wie Spice und K2 werden oft fälschlich als „ungefährlich“, „natürlich“ und „legal“ beworben. Die Wahrheit ist, dass sie genau genommen nicht legal und ganz bestimmt nicht natürlich und nicht ungefährlich sind.

 

Chemische Analysen haben gezeigt, dass die Wirkstoffe in diesen Drogen in allen Fällen künstlich hergestellte chemische Substanzen mit gefährlicher toxischer Wirkung sind. Weil die chemische Zusammensetzung der als Spice oder K2 verkauften Produkte unbekannt ist, haben Konsumenten darüber hinaus keine Ahnung, welche Chemikalien sie ihrem Körper zuführen und welche Wirkungen das hat. Und da die Kräuter und Gewürze ungleichmäßig besprüht sein können, kann die Stärke der Wirkung stark variieren.

 

Synthetisches Cannabis sieht wie getrocknete Blätter aus und wird oft in kleinen silbernen Plastikbeuteln als „Kräutermischung“, „Räuchermischung“ oder als „Potpourri“ verkauft. Es wird auch in flüssiger Form zur Verwendung in E-Joints oder E-Zigaretten angeboten.

 

Es wird häufig in einem Joint oder in der Pfeife geraucht oder mithilfe eines Vaporizers verdampft und inhaliert. Einige Konsumenten verwenden es auch als Tee oder mischen es in Brownies. Es wird auch in verdampfter Form durch die Nase eingeatmet oder in flüssiger Form eingenommen.

 

KRÄUTERMISCHUNGEN - KURZZEITWIRKUNGEN

Auswirkungen auf den Verstand:

·Unansprechbarkeit

·Bewusstlosigkeit

·Verwirrtheit

·Verzerrtes Zeitempfinden

·Extreme Unruhe

·Panikattacken

·Paranoia

·Wahnvorstellungen

·Halluzinationen

·Psychose

·Potenzieller Selbstmord

 

In einigen Fällen waren Konsumenten unter dem Einfluss von Drogen wie Spice oder K2 an Mord beteiligt

 

Auswirkungen auf den Körper:

·Übelkeit und Erbrechen

·Schweißausbrüche

·Unkontrollierte/spastische

·Körperbewegungen

·Akute Nierenschäden

·Herzrasen

·Hoher Blutdruck

·Reduzierte Blutversorgung

·des Herzens

·Herzinfarkt

·Zuckungen

·Krämpfe

·Schlaganfall

 

KRÄUTERMISCHUNGEN - LANGZEITWIRKUNGEN

 

Die Langzeitwirkungen auf Menschen sind bisher nicht vollständig bekannt. Experten des Giftnotrufs berichten jedoch, dass die Auswirkungen von Kräutermischungen lebensbedrohlich sein können.

 

Es kann süchtig machen und zu Entzugserscheinungen führen, einschließlich heftigem Verlangen, Albträumen, Schweißausbrüchen, Übelkeit, Zittern, Kopfschmerzen, extremer Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Durchfall, Erbrechen, Problemen, klar zu denken, und die Vernachlässigung anderer Interessen und Pflichten.

 

Bei wiederholtem und langfristigem Konsum der Droge kann es zu Vergesslichkeit und Verwirrtheit kommen. Einige Konsumenten haben von Lähmungen berichtet.

 

Das Gesundheitsamt von Wyoming fand in sechs Staaten der USA 16 Fälle von Nierenschäden, die nach dem Konsum der Droge aufgetreten sind.

 

ICH BIN EINFACH NICHT MEHR GANZ DA

 

„Ich hatte eine Überdosis von Spice und bin seither nicht mehr derselbe. Ich saß einfach da und rauchte, als es mich plötzlich traf. Ich konnte nicht mehr richtig sehen und gehen und dann musste ich mich ungefähr 6 oder 7 Mal übergeben. Ich weckte meine Mutter und sie legte mich auf das Sofa und rief den Krankenwagen. 

Ungefähr 10 Minuten bevor der Krankenwagen kam, begann ich Krampfanfälle zu haben. Ich wachte in einem Krankenhausbett auf, angeschlossen an lebenserhaltende Maschinen. Ich hatte einige Stunden einen Herzstillstand gehabt und sie dachten, ich würde nicht mehr aufwachen.

Ich überlebte es, bin jedoch seitdem nicht mehr derselbe. Ich stottere jetzt stark und kann mich auf nichts konzentrieren. Ich erzähle etwas und vergesse dann, worüber ich gesprochen habe, und weiß nicht mehr, was geschehen ist. Ich sehe immer diese Flimmerpunkte und ich bin einfach nicht mehr ganz da.“ – D. Y.

 

EIN EHEMALIGER ABHÄNGIGER

 

„Ich bin ein ehemaliger Abhängiger von synthetischem Cannabis. Ich wurde während einer Bewährungsstrafe abhängig. Ich nahm die Droge, um drauf zu sein und trotzdem durch die Drogentests zu kommen. Ich fing mit einem Gramm oder weniger täglich an und kam schließlich auf 3 bis 4 Gramm pro Tag. 

Je abhängiger ich wurde, desto schlechter wurde meine Fähigkeit, mein Verhalten und meine Motorik zu kontrollieren. Ich wurde immer aggressiver, wenn ich wütend war, was immer häufiger passierte, je mehr ich nahm und je länger ich es nahm. Eines Morgens hatte ich einen psychotischen Zusammenbruch. Ich hatte einen Blackout und brachte dabei beinahe meine Frau um. 

Ich wurde festgenommen und meine Bewährung wurde widerrufen. Seit ich entlassen wurde, berichte ich anderen Menschen von meinen Erfahrungen, um sie vor dem Konsum dieser Droge zu warnen.“ – S. W.

 

GEWALTTÄTIGES UND IRRATIONALES VERHALTEN

 

Im August 2013 warf eine 21-jährige Mutter unter dem Einfluss von Spice ihr vierjähriges Kind in einen Müllcontainer. Als sie von der Polizei festgenommen wurde, konnte sie sich nicht erinnern, wo ihr Sohn war. Ihr Kind wurde später aus dem Müll geborgen, von der Polizei in Obhut genommen und dem Jugendamt überantwortet. Die Frau wurde angeklagt, ihr Kind ausgesetzt zu haben.

 

Im Januar 2011 schoss ein Teenager aus Omaha auf zwei Mitglieder der Schulverwaltung und tötete eines von ihnen, bevor er sich selbst das Leben nahm. Ein medizinischer Test wies K2 in seinem Körper nach. Ein 21-jähriger Mann aus Louisiana schlitzte sich die Kehle auf, als er das erste Mal auf K2 high war. Glücklicherweise konnte seine Mutter die Blutung hemmen, bis Hilfe eintraf.

 

KRÄUTERMISCHUNGEN: GESCHICHTLICHER HINTERGRUND

 

Synthetisches Cannabis tauchte unter dem Namen „Spice“ zum ersten Mal 2004 in Europa auf. Die chemischen Substanzen, die zur Herstellung von Kräutermischungen verwendet werden, wurden allerdings schon vor Jahrzehnten zu Forschungszwecken entwickelt. Dazu gehören:

 

• CP 47,497, nach Charles Pfizer von Pfizer Pharmaceuticals benannt, in den 80er-Jahren zu wissenschaftlichen Forschungszwecken entwickelt.

 

• HU-210, nach der hebräischen Universität Jerusalems benannt, wo es 1988 zum ersten Mal entwickelt wurde. Es wirkt 100 bis 800 Mal stärker als natürliches THC (der bewusstseinsverändernde Bestandteil von Marihuana).

 

• JWH-018 und weitere aus der JWH-Reihe, nach Professor John W. Huffman von der Clemson Universität in South Carolina benannt, 1995 entwickelt.

 

2010 machte die amerikanische Drogenbehörde von der Notstandsermächtigung Gebrauch, um diese Substanzen zu untersagen, und 2012 wurde ein Gesetz verabschiedet, durch das die in Kräutermischungen vorkommenden Stoffe endgültig verboten wurden.

 

Im Untergrund arbeitende Chemiker entwickelten daraufhin neue experimentelle Drogen – UR-144 und XLR11 – welche die Wirkungen von Cannabis nachahmen, um die Substanzen zu ersetzen, die verboten worden waren. 2013 wurden UR-144 und XLR11 als illegal erklärt, doch war bereits eine neue Generation von Drogen in der Art von Spice oder K2 aufgetaucht. 

 

Es geht nicht darum, ob diese Drogen legal sind oder nicht. Studien zeigen, dass sie toxisch und gefährlich sind. Es gibt bislang mehr als hundert verschiedene Variationen von Kräutermischungen. Da sich die chemische Zusammensetzung ständig verändert, wissen Käufer nie, welche Wirkung die Drogen auf den Körper haben werden.

 

WAS SIND BADESALZE?

 

Die Substanzen, die als „Badesalz“ verkauft werden, sind kein Badesalz zum Baden, sondern giftige Drogen, deren Wirkung unvorhersagbar ist.

 

Viele der Substanzen in diesen Drogen wurden wegen ihrer schädlichen Wirkung verboten. Dealer bezeichnen sie deshalb als „Badesalz“ oder mit anderen Namen, um das Gesetz zu umgehen.

 

Sie werden auch falsch als „Pflanzendünger“ oder „Reiniger“ bezeichnet und als „nicht für den menschlichen Konsum geeignet“ etikettiert, um einer Festnahme durch die Polizei zu entgehen.

 

„Badesalz“ bezieht sich nicht auf eine einzelne Droge, sondern auf eine Gruppe ähnlicher Substanzen. Sie sind chemische Abwandlungen einer Droge, die aus der Khat-Pflanze gewonnen wird, einem immergrünen Strauch aus Ostafrika und Südarabien. 

 

So wie Spice und K2 die Bezeichnung „synthetische Cannabinoide“ tragen, werden diese Badesalze als „synthetische Stimulanzien“ bezeichnet. Sie können auch Halluzinationen hervorrufen, wie jene von LSD.

 

Badesalz enthält oft ein verschiedenartiges Gemisch chemischer Substanzen. Man weiß also nie genau, was das Produkt tatsächlich beinhaltet, selbst wenn die Packung gleich aussieht. 

 

Es wird gewöhnlich in Pulverform in kleinen Päckchen aus Plastik oder Metallfolie verkauft. Es kann weiß, grauweiß, gelb oder braun sein und wird auch in Form von Kapseln oder Tabletten oder in kleinen Behältern in flüssiger Form angeboten.

 

Konsumenten schnupfen oder injizieren es oder mischen es dem Essen oder einem Getränk bei. Es kann auch in Zigarettenpapier eingewickelt und geschluckt werden (sogenanntes „Bombing“), rektal eingeführt werden oder mithilfe eines Vaporizers inhaliert werden.

 

DIESES PRODUKT IST GIFT

 

„Dieses Produkt ist Gift … Nach der ersten Stunde begann ich, das kokainähnliche Comedown zu fühlen, das zunehmend schlimmer wurde. Die linke Seite meiner Brust begann sich zusammenzuziehen, mein Herz schlug schneller denn je. Paranoia setzte ein. 

Ich war nahe daran ins Krankenhaus zu fahren, aber ich wartete, bis es vorbei war. Es ging mir etwas besser, dann ein wenig schlechter – hin und her –, aber schließlich war nach 3 bis 4 Stunden alles vorbei und ich war dankbar, noch am Leben und wieder nüchtern zu sein.

Die Berichte über Leute, die gestorben sind oder ins Krankenhaus mussten, SIND KEINE VERAR***UNG. Das ist gefährliches Gift, mit dem irgendwelcher Abschaum auf die übelste Art und Weise Geld macht.“ – G. F.

 

NIMM DAS ZEUG NICHT, MEIN HERZ HÖRTE AUF ZU SCHLAGEN

 

„Ich bin ein erfahrener Drogenkonsument und habe mit mehr Drogen experimentiert, als ich Finger habe. [Badesalz] ist gefährlicher als Crack. Das Comedown war die schlimmste Erfahrung meines Lebens. Es dauerte 9 Stunden. Nichts als Angst und Herzklopfen, Zittern, starke Übelkeit – und all das kommt und geht mit ungeheurer Geschwindigkeit. 

Es war schrecklich. Aufgrund dieser Erfahrung werde ich nie wieder Drogen nehmen. Ich habe Glück, noch am Leben zu sein, um euch zu warnen. LASST BLOSS DIE FINGER DAVON.“ – E. W.

 

BADESALZE – GESCHICHTLICHER HINTERGRUND

 

Die Drogen, die gegenwärtig als Badesalze bekannt sind, wurden erstmals in Frankreich 1928 und 1929 synthetisiert (künstlich erzeugt). Einige wurden ursprünglich auf eine mögliche medizinische Verwendung hin erforscht, aber die meisten der erzeugten Medikamente waren aufgrund ihrer heftigen Nebenwirkungen einschließlich Abhängigkeit unbrauchbar. 

 

Der Missbrauch dieser Drogen begann in der ehemaligen Sowjetunion in den 1930er- und 1940er-Jahren, wo sie als Antidepressiva verwendet wurden. In den USA wurden sie – als „Cat“ und „Jeff“ bekannt – in den 1990ern immer populärer.

 

Zwischen 2004 und 2008 wurden sie in Israel konsumiert, bis ihre Hauptwirkstoffe als illegal erklärt wurden. Bis 2007 war ihre Popularität unter Drogenkonsumenten weiter angestiegen, da sie nun auch in Drogenforen im Internet auftauchten.

 

Die Analyse von „Ecstasy“-Pillen in den Niederlanden ergab 2009, dass über die Hälfte der Pillen nicht den eigentlichen Ecstasy-Wirkstoff enthielten, sondern Substanzen, die in Badesalz vorkommen.

 

2012 wurden in den USA zwei der Hauptsubstanzen, die in Badesalz verwendet werden, für illegal erklärt.11 Im Untergrund tätige Chemiker schufen jedoch sofort neue Variationen mit leicht abweichenden chemischen Formeln – und bewarben diese offen als Badesalze oder verkauften sie als „Glasreiniger“ oder unter anderen Namen.

 

WAS IST NBOMe?

 

NBOMe, allgemein auch als „N-Bomb“ oder „Smiles“ bekannt, ist ein starkes synthetisches Halluzinogen, das als Alternative zu LSD oder Meskalin (eine halluzinogene Droge, die aus einer Kaktuspflanze gewonnen wird) verkauft wird. 

 

Es gibt verschiedene Variationen dieser Droge, aber 25l-NBOMe, häufig abgekürzt als „25l“, ist die am meisten konsumierte und stärkste Form. Die Wirkung einer winzigen Menge der Droge kann bis zu 12 Stunden oder länger andauern.

 

Ähnlich wie LSD erzeugt NBOMe bereits bei extrem geringer Dosierung eine halluzinogene Wirkung. Konsumenten berichten, dass die negativen Wirkungen und Nachwirkungen der Droge schlimmer seien als die von LSD. 

 

Ihre Wirkung ähnelt auch der von Methamphetamin. Eine Dosis von 750 Mikrogramm, die als durchschnittliche bis hohe Dosis betrachtet wird, hat ungefähr die Größe von sechs kleinen Salzkörnern von gewöhnlichem Tafelsalz.

 

NBOMe wird in flüssiger oder Pulverform oder auf damit getränktem Löschpapier verkauft. Es hat einen stark bitteren, metallischen Geschmack. Manche Händler fügen der Flüssigkeit oder dem Löschpapier Minz- oder Fruchtgeschmack bei.

 

Da NBOMe keine Wirkung erzeugt, wenn es geschluckt wird, platzieren Konsumenten es unter die Zunge, wo es absorbiert wird. Einige Konsumenten injizieren es, rauchen es in Pulverform, atmen es durch die Nase ein, verdampfen und inhalieren es oder führen es rektal ein.

 

All diese Konsumarten sind gefährlich, da schon wenige Körner eine Wirkung verursachen und es außerordentlich leicht ist, die Droge zu überdosieren – manchmal mit tödlichen Folgen.

 

NBOMe ist so toxisch, dass eine Atemschutzmaske, Handschuhe und Schutzbrille beim Umgang mit der Substanz benötigt werden. Das ist auch ein Problem für Vollzugsbeamte, da sie eine verhängnisvolle Überdosis bekommen können, einfach indem sie keine Schutzkleidung tragen, wenn sie von einem Verdächtigen Drogen als Beweismittel beschlagnahmen.

 

Da NBOMe unter dem Namen anderer Drogen verkauft worden ist, kann es vorkommen, dass Konsumenten die Dosis der Droge anwenden, die sie zu nehmen vermuten, was in einer tödlichen Überdosis resultieren kann.

 

NBOMe – GESCHICHTLICHER HINTERGRUND

 

NBOMe wurde 2003 von dem Chemiker Ralf Heim an der Freien Universität Berlin entdeckt. Es wurde von der Stoffgruppe der sogenannten 2C-Familie der Phenethylamine (PEA) abgeleitet.

 

Die 2C PEA – welche ursprünglich in den 1970er-Jahren in Laboratorien erzeugt wurden, als Wissenschaftler die Gehirnaktivität von Ratten untersuchten – bewirken ähnlich wie LSD Halluzinationen und bewusstseinsverändernde Erfahrungen.

 

Neun der PEA-Drogen wurden 2012 in den USA als illegal erklärt, einschließlich der Substanz, die zur Herstellung von NBOMe verwendet wird.

 

Drogendealer produzieren verschiedene Varianten von NBOMe in geheimen Laboratorien oder importieren sie in großen Mengen aus China, Indien und anderen Ländern. Erzeuger variieren die Formel, um das offizielle Verbot zu umgehen, und Konsumenten wissen nie, was sie einnehmen und wie stark es ist. 

 

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